Fokus und Bauchgefühl

5. Januar 2022

Ich neige dazu, ziemlich verkopft zu sein. Obwohl ich eine gute Verbindung zu meiner Intuition und meinem Körper habe, lerne ich gerne, was “die Regeln” von etwas sind. Ich erforsche ein Thema intensiv, lese mich über Monate darin ein, kaufe ohne Ende Fachliteratur, sehe mir Dokumentationen und Interviews an und so weiter. Dann probiere ich die Dinge selbst aus, mache meine eigenen Erfahrungen und versuche, zum eigentlichen Kern vorzudringen, damit ich die Essenz meines Wissens einfach und verständlich zusammenfassen kann.

Alles, was im Leben wichtig ist, ist nämlich einfach und verständlich.

Weißt du, was du wirklich willst?

Ich dachte immer, dass ich wüsste, was ich will. Bis ich mich zwang, es aufzuschreiben. Natürlich habe ich viele Wünsche. Aber was steckt dahinter? Warum möchte ich so und so viel Euro verdienen? Warum will ich unser Haus umgestalten? Warum will ich es gemütlich haben? Warum will ich bekannter werden? Was bedeutet Zufriedenheit für mich persönlich?

Gerade jetzt, zum Beginn des Jahres, bietet es sich an, dass du dich mit deinen echten Bedürfnissen auseinandersetzt.
Mit deiner Berufung.
Mit dem, was dich antreibt.

Nimm dir also ein Notizbuch und schreibe auf, was du alles willst. Halte nichts zurück, selbst die irrwitzigsten Wünsche sind erlaubt.
Eine eigene Insel in der Karibik? Schreib es auf.
Ein paar Milliönchen auf dem Konto? Schreib es auf.
Einen Platz auf der Bestesellerliste? Schreib es auf.

Aber warum eigentlich?

Wenn du deine Liste aufgeschrieben hast, ist es Zeit, die Wünsche zu hinterfragen. Warum möchtest du eine Insel in der Karibik? Was erhoffst du dir davon? Ist es das Gefühl von Luxus oder die Möglichkeit, der Welt zu entfliehen? Magst du die Vorstellung, morgens am Strand mit Meeresrauschen aufzuwachen? Was ist es?

Angenommen, du magst das Gefühl von Strand und Meer am Morgen.
Warum magst du das? Was gibt es dir?
Vielleicht antwortest du, dass es dich beruhigt.
Warum? Was daran beruhigt dich?

Sagen wir, es ist diese Gleichmäßigkeit. Das stete Brechen der Wellen mit dem Gefühl warmen Sandes erdet dich. Schon bei dem Gedanken daran fühlst du dich entspannter. Warum? Weil du vielleicht besondere Erinnerungen damit verbindest oder weil das Meer für dich etwas symbolisiert, das dir Halt gibt. Vielleicht fühlst du dich wahrhaftig und “bei dir selbst”, wenn du am Meer bist.

Schreibe es unbedingt auf. Es reicht nicht aus, das im Kopf zu machen.

Was ist dir an dem Platz auf der Bestsellerliste wichtig? Warum willst du das? Ist es für dich ein Zeichen deines Erfolgs? Ist es die Anerkennung? Oder denkst du, dass du dann das Gefühl haben wirst, “gut genug” schreiben zu können?

Schreib es auf.

Was ist das eigentliche Ziel?

Manchmal stellst du dabei fest, dass du das eigentliche Ziel – beispielsweise “gut genug” zu sein – auch mit anderen Mitteln erreichen kannst.

Nehmen wir noch einmal die Insel. Wenn du ehrlich bist, ist es nicht die Insel, die du willst. Sie ist nur ein Mittel, um etwas anderes zu bekommen. Im obigen Beispiel ist es der innere Wunsch nach Wahrhaftigkeit und innerer Ausgeglichenheit.
Das ist der wahre Wunsch, das echte Sehnen.

Ganz besonders wichtig ist diese Übung, wenn du dir mehr G.eld wünschst.

G.eld ist nur ein Mittel, um etwas anderes zu ermöglichen.
Was willst du wirklich – und warum?

Wähle dein Hauptziel für dieses Jahr.

Wenn du eine Liste diverser Ziele und Wünsche erstellt hast, wähle ein Ziel aus, für das du am meisten brennst.

Wenn du zwischen mehreren Zielen schwankst, schreibe jedes Ziel auf einen Zettel und verteile sie im Raum. Stelle dich jeweils auf einen Wunsch und gib dich mit deiner ganzen Vorstellungskraft hinein. Tu so, als wäre dieser Wunsch Realität geworden. Beobachte dich. Dann mache das Gleiche mit den anderen Wünschen. Finde heraus, wo dein Herz am glücklichsten ist.

Dieses Hauptziel, das du gewählt hast, wird der Fokus für das ganze Jahr.

Diesem Ziel verschreibst du dich. Es sollte ein Ziel sein, bei dem du Herzklopfen bekommst.

Es darf auch etwas beängstigend sein und sich “zu groß” anfühlen. Hauptsache ist, dass du Feuer und Flamme bist, genau das erreichen (sein, haben, machen) zu wollen.

Enttarne die Lügen

Alle Gründe, die du aufgeschrieben hast, lassen sich als Lügen enttarnen.
Finde heraus, warum die Gründe nicht haltbar sind.
Frage dich, wie jemand auf den Grund reagieren würde, der dein Traumziel bereits erreicht hat.

Lass uns das an einem Beispiel festmachen.

Angenommen, dein Ziel wäre, zehntausend Euro mit deinem Hobby neben dem Beruf zu verdienen (beispielsweise wenn du Bücher schreibst).

Dir fallen viele Gründe ein, warum das nicht möglich ist:

  • du schreibst nicht gut genug
  • es ist zu schwer
  • niemand kennt dich
  • du musst zu viel vor-investieren
  • es ist zu riskant
    und so weiter.

Was würde jemand dazu sagen, der bereits mit Leichtigkeit dieses Geld mit seinen Büchern einnimmt, obwohl er einen anderen Hauptjob hat?

  • du kannst lernen, wie du dich verbesserst. Vielleicht bist du sogar schon gut genug!
  • Es ist leicht
  • Es macht nichts, dass dich keiner kennt, denn man kann dich ja kennenlernen. Du kannst dafür
    sorgen, dass man dich kennenlernt.
  • Alles, was du für die Umsetzung deines Ziels brauchst, wird dir zufallen
  • Es ist nicht riskant, sondern spannend und macht großen Spaß.

Finde glaubhafte Gegenthesen, von denen du überzeugt sein kannst.

Brainstorme Möglichkeiten

Jetzt, nachdem du herausgefunden hast, dass es theoretisch doch gehen muss, dieses Hauptziel zu erreichen, kommt der praktische Teil.
Wie könnte es gehen?

Es ist wichtig, dass dir eine Sache klar ist: Wie du dein Ziel in der Realität erreichen wirst, liegt nicht in deiner Macht.
Dieses “Wie” ist Gottes Sache.
Es liegt aber an dir, aktiv zu werden und vollkommen davon überzeugt zu sein, dass das Ziel wahr wird. Das kannst du schaffen, wenn du einfach mal überlegst, wie es klappen könnte.

Also: Notiere dir mindestens 10 Wege, wie du dein Ziel erreichen kannst.
Und dann beginne mit der Umsetzung.

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